Bienenvolk

Die Königin

Die Königin hält das Volk zusammen mit ihrem Pheromon (Duft), das in den Mandibeldrüsen produziert wird. Durch ständiges Belecken der Königin durch die Hofstaatbienen wird dieser Duft im Volke verteilt. Wird die Königin älter, nimmt die Intensität des Pheromons ab und es wird Zeit für das Bienenvolk, eine neue Königin entstehen zu lassen. Auch wenn die Bienenwohnung für das Volk zu klein wird, teilt sich der Bienenstaat, indem die Arbeitsbienen mehrere Weiselzellen vorbereiten. Jede davon wird von der Königin mit einem Ei bestiftet. Am 9. Tag werden die neuen Königinnenzellen mit Wachs verdeckelt, das ist für die alte Königin das Zeichen, dass sie mit einem Teil des Volkes auszieht und somit einen neuen Bienenstaat gründet. Nach weiteren 7 Tagen schlüpft die erste neue Jungkönigin, diese lässt in den frühen Morgenstunden einen Tuut-Ton erklingen. Wenn noch eine weitere Jungkönigin im Volk ist, antwortet diese in gleicher Weise. Dies ist für die Erstgeschlüpfte das Zeichen, dass sie noch am gleichen Tag, meist zwischen 11.00 – und 14.00 Uhr, mit einem Teil des Volkes ausschwärmt und ein Bienenvolk gründet.

Nach 4-5 Tagen begibt sich die junge Königin mit begleitenden Arbeitsbienen als Schutz zum Hochzeitsflug, dabei fliegt sie sehr hoch. Wird sie in der Luft von Drohnen wahrgenommen, versuchen diese sie zu begatten. Eine Jungkönigin paart sich nur einmal im Leben, dafür aber hintereinander mit ungefähr 10 bis 15 Drohnen. In der Folge legt sie in den Sommermonaten täglich bis zu 2000 Eier, das ist ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes. Dabei liegen ihre Höchstleistungen im Frühjahr.
Es ist normal, dass auch ein– bis zweijährige Königinnen, zur Volksteilung bereit sind, wenn das Volk es wünscht. Das gesamte Volk kann nur in einem Miteinander überleben, ein eigensinniges Handeln ist dem Bien fremd. Eine Bienenkönigin kann ca. 5 Jahre alt werden.

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Bienenkönigin bei der Eilage

Bildergalerie zur Bienenkönigin.

 

 

Die Arbeiterin

In einem Bienenvolk finden wir eine Königin, Drohnen und Arbeitsbienen, letztere machen zahlenmäßig den größten Anteil aus. Diese durchlaufen in ihrem Leben mehrere Berufe. Als Putzbiene reinigt sie das Wabenwerk und den Bienenstock, als Amme versorgt sie den Nachwuchs mit Futter. Wenn sie das Wachs ausschwitzt und mit dem Mund die Waben formt, würden wir sie als Baubiene bezeichnen, als Heizerin sorgt sie für die richtige Stocktemperatur und als Wächterin verteidigt sie ihr Territorium. Wenn sie für die Honigeinlagerung zuständig ist, wandelt die Arbeiterin mit ihren Drüsensekreten den Nektar in Honig um. Dieser wird fluglochfern in den hinteren oder oberen Waben gelagert und dient der Vorratshaltung für den Winter und Schlechtwetterperioden. Eine der anspruchsvollsten und gefährlichsten Tätigkeiten der Arbeitsbiene ist das Sammeln von Pollen und Nektar, damit sorgt sie für ihr Volk. Der Schutz der Königin liegt dem gesamten Volk am Herzen. Um ihr Revier zu verteidigen, hat ihr der Schöpfer einen Stachel gegeben, den die Arbeiterin bei Gefahr unter Einsatz ihres Lebens geschickt einsetzen kann. Wer schon mal gestochen wurde, geht mit viel mehr Respekt und Achtung zu den Bienen. Das Leben einer Sommerarbeitsbiene dauert durchschnittlich 40 Tage, die Winterbienen leben länger, je nach Witterung von Oktober/November bis Februar/März.

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Arbeiterinnen auf neugebaute Waben

 

Die Drohnen

Die männliche Biene ist größer als die Arbeiterin und unterscheidet sich deutlich von der Königin. Ihr Hinterleib ist breiter und enthält die Geschlechts - und Begattungsorgane. Die Augen (Facettenaugen) und Fühler sind bedeutend grösser. Die Herren im Bienenvolk bedienen sich selber von den Honigvorräten oder werden von den Arbeiterinnen gefüttert. Sie befliegen weder Blüten noch verrichten sie Arbeiten im Stock. Bei schönem, warmem Wetter fliegen sie mehrmals täglich aus zu sogenannten Drohnensammelplätzen und halten Ausschau nach einer Jungkönigin. Wird eine wahrgenommen, versuchen sie sofort, diese zu begatten, doch erreichen nur die Stärksten ihr Ziel. Noch während des Liebesaktes sterben die Drohnen, ihre Lebensaufgabe ist erfüllt. Deshalb werden im Herbst die überlebenden Drohnen von den Arbeitsbienen aus dem Volk verbannt. Im zeitigen Frühjahr werden in die größeren Drohnenzellen Eier von der Königin gelegt. Man kann auch beobachten, dass generell ihre Anwesenheit dem ganzen Volk Wärme und Harmonie verleiht.

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Eine Drohne auf einer Brutwabe